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Dr. Marion Lercher – Bildungswissenschaftlerin, Trainerin und Coach

Ich bin Marion Lercher, Bildungswissenschaftlerin, Trainerin und Coach. Seit über 30 Jahren begleite ich Menschen in Unternehmen beim Lernen und bei den Herausforderungen ihres Arbeitsalltags. Mich interessiert, wie wir miteinander sprechen, führen und mit Belastungen umgehen – insbesondere dann, wenn gute Vorsätze auf die Wirklichkeit treffen.

In meiner Arbeit begeistert mich der Moment, in dem jemand einen Zusammenhang erkennt und plötzlich weiß, was er oder sie anders versuchen möchte. Vorhandene Erfahrungen aufgreifen, neues Wissen damit verknüpfen und gemeinsam ausprobieren, was im Alltag hilft – dafür gestalte ich meine Trainings und Coachings.

Mich begeistert es, wenn aus einem „Das weiß ich eh“ ein „Jetzt verstehe ich, warum es bei mir anders läuft“ wird. Wenn jemand eine vertraute Situation neu betrachtet, eine andere Formulierung ausprobiert oder eine Frage stellt, die bisher noch niemand gestellt hat. Solche Momente machen meine Arbeit auch nach über 30 Jahren noch immer spannend.

Die Teilnehmer bringen bereits viel mit: Erfahrung, Wissen, eigene Lösungswege und gute Gründe dafür, warum manches im Alltag schwierig ist. Daran anzuknüpfen, Zusammenhänge verständlich zu machen und gemeinsam Neues auszuprobieren, bereitet mir Freude. Besonders dann, wenn jemand an einem eigenen Beispiel merkt, wie er das nächste Gespräch angehen könnte.

Und ich lerne selbst dabei. Eine unerwartete Frage, ein Einwand oder eine Erfahrung aus einem anderen Arbeitsbereich kann auch meine Sichtweise verändern. Ich mag diese Gespräche, bei denen alle genauer hinsehen müssen. Mich eingeschlossen.

Zunächst möchte ich verstehen, was Sie beschäftigt. In welchen Situationen wird es schwierig? Was haben Sie bereits versucht? Was soll nach einem Training oder Coaching in Ihrem Arbeitsalltag anders sein? Ich werde nachfragen, mir Beispiele schildern lassen und gemeinsam mit Ihnen besprechen, was wir bearbeiten können.

Ihre Erfahrungen und Fragen bestimmen die Schwerpunkte unserer Zusammenarbeit. Wir greifen konkrete Situationen auf, probieren unterschiedliche Vorgehensweisen aus und prüfen gemeinsam, was zu Ihnen und Ihrem beruflichen Umfeld passt. Dabei darf auch einmal ein Vorschlag durchfallen. Lieber beim Ausprobieren als später im Gespräch mit Kunde oder Mitarbeiter.

Sie erleben mich als aufmerksam, direkt und humorvoll. Ich spreche an, was mir auffällt, und frage nach, ob meine Wahrnehmung zutrifft. Auch Zweifel und Einwände gehören für mich dazu. Wenn etwas für Sie nicht passt, möchte ich wissen, woran es liegt. Am Ende sollen Sie benennen können, was Sie als Nächstes ausprobieren möchten und worauf Sie dabei achten werden.

Von der Technik zum Erklären

Technik hat mich schon früh interessiert. Meine berufliche Laufbahn begann mit einer technischen Ausbildung. Das Vermitteln von Wissen hat allerdings schon davor begonnen, als ich Nachhilfe in deutscher Grammatik und Französisch gegeben habe. Es hat mir schon damals Freude gemacht, zu erleben, wie schnell sich etwas bewegen kann, wenn jemand einen Zusammenhang versteht.

Später gab ich im Außendienst technische Schulungen. Von meinen Kunden kam die Rückmeldung: „Wenn Marion da ist, dann checken alle, wie es geht.“ Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Denn genau das wollte ich erreichen: dass Menschen mit dem, was ich ihnen erkläre, selbst etwas anfangen können.

Man kann Erwachsenenbildung studieren?

Als ich das herausfand, war ich bereits selbstständig. Ich kannte die Arbeit mit Gruppen, die Fragen aus der Praxis und die Momente, in denen Lernen gelingt – oder eben nicht. Im Studium konnte ich diesen Erfahrungen auf den Grund gehen. Besonders beschäftigte mich die Frage, welche Chancen Bildung eröffnet, wie Weiterbildung ausgewählt wird und was sie tatsächlich bewirkt. Das hat meine Sicht auf die Gestaltung von Trainings verändert und geschärft.

Plötzlich war der Kalender leer.

Mitte März 2020 wurden sämtliche Aufträge für das restliche Jahr storniert. Damit stand eine sehr konkrete Frage im Raum: Geht mein Unternehmen weiter oder nicht?

In dieser Zeit nahm ich mein Doktorat wieder auf. Während ich mich erneut intensiv mit wissenschaftlichen Fragen auseinandersetzte, blieb die Unsicherheit über meine berufliche Zukunft bestehen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir mein Rigorosum, das ich als fachlichen Austausch unter Experten erlebte. Es war ein besonderer Abschluss eines Weges, den ich noch einmal aufgenommen hatte.

Auch beim Korrekturlesen kann man dazulernen.

Die Diplom- und Bachelorarbeiten meiner Söhne brachten mich mit Themen in Kontakt, mit denen ich mich zuvor kaum auseinandergesetzt hatte. Es war nicht damit getan, ein paar Beistriche zu korrigieren. Ich wollte verstehen, was ich las, musste nachfragen und mich einarbeiten. Dabei wieder selbst diejenige zu sein, die etwas nicht versteht, ist eine Erfahrung, die ich auch für meine Arbeit als Trainerin schätze.

Vom Rauchen zum Saxophon

Ich habe einmal ziemlich viel geraucht. Den Anstoß zum Aufhören gab ein Satz meines Kindes: „Mama, du stinkst. Ich mag dich nicht mehr küssen.“ Der saß.

Als Ersatz kaufte ich mir ein Saxophon und ging in die Musikschule. Eine neue Gewohnheit, bei der ich meine Luft tatsächlich anderweitig brauchte.

Musik begleitet mich auch heute beim Lernen. Ich nehme Gesangsunterricht, um meine Stimme für Auftritte vor großen Gruppen zu trainieren. Schließlich ist sie eines meiner meistgebrauchten Arbeitswerkzeuge.

Manches aus meinen Ausbildungen begleitet mich täglich, anderes kommt bei bestimmten Fragen zum Einsatz. Im Folgenden gebe ich einen Einblick, was davon in meine Arbeit einfließt.

Nachrichtentechnik und Elektronik

Meine technische Ausbildung hat mich darin geschult, Zusammenhänge zu verstehen, Fehler systematisch zu suchen und komplexe Aufgaben in überschaubare Schritte zu zerlegen. Diese Fähigkeiten helfen mir heute auch in Trainings: Ich schaue genau hin, wo es hakt, und baue Erklärungen so auf, dass Menschen damit weiterarbeiten können. Meine Freude an Technik ist geblieben.

Mindmapping

Wenn viele Gedanken gleichzeitig aufkommen, nutze ich Mindmaps, um sie zu ordnen und Verbindungen sichtbar zu machen. Das hilft mir sowohl bei der Entwicklung von Trainings als auch bei der gemeinsamen Bearbeitung einer Fragestellung. So wird aus einer Sammlung von Ideen eine Struktur, an der wir weiterdenken können.

Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Mein Studium der Bildungswissenschaft hat meinen Blick dafür geschärft, wie Erwachsene lernen und unter welchen Bedingungen Weiterbildung im Alltag etwas verändert. Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet für mich auch, genauer nachzufragen: Worauf beruht eine Aussage? Was lässt sich daraus ableiten – und was nicht? Diesen prüfenden Blick nutze ich bei der Auswahl von Inhalten und Methoden. Eine überzeugend klingende Erklärung hat schließlich noch nicht automatisch recht.

Mimikresonanz®

Die Ausbildung hat meine Aufmerksamkeit für das geschärft, was Menschen neben ihren Worten zeigen. In meinen Trainings üben wir, nonverbale Signale genauer wahrzunehmen und sie im jeweiligen Zusammenhang zu betrachten. Für Gespräche bedeutet das: Veränderungen im Ausdruck bemerken, die eigene Interpretation hinterfragen und nachfragen, bevor aus einer Vermutung eine vermeintliche Gewissheit wird.

Mesource® – emotionale Resilienz

Mit dieser Ausbildung habe ich mein Repertoire erweitert, um Menschen beim Umgang mit emotionalen Belastungen zu unterstützen. In Trainings und Coachings arbeiten wir daran, eigene Gefühle bewusster wahrzunehmen, anzunehmen und zu regulieren. Dabei geht es beispielsweise darum, nach einem belastenden Gespräch wieder zur Ruhe zu kommen oder die eigenen Ressourcen im Alltag gezielter zu nutzen.

emTrace® – Emotionscoaching

Manchmal weiß jemand genau, was er oder sie tun möchte, und kommt trotzdem nicht weiter. In solchen Situationen beziehe ich im Coaching die damit verbundenen Emotionen mit ein. Die Ausbildung hilft mir, mit Klienten an belastenden emotionalen Reaktionen zu arbeiten und stärkende Erfahrungen und Ressourcen einzubeziehen.

Klimaschutz in Beratung und Training

Meine Klimaschutz-Ausbildung hat meinen Blick dafür erweitert, wie ökologische Verantwortung in berufliche Entscheidungen einfließen kann. Dieses Wissen nutze ich, um auch bei der Planung von Weiterbildungen genauer hinzusehen. Welche Wege, Materialien und Formate benötigen wir für das Lernziel? Wo können wir Aufwand und Ressourcen sparen? So wird Klimaschutz auch bei alltäglichen Entscheidungen konkret.

Laufen und ich? Das war lange undenkbar.

Seit meiner Kindheit konnte ich dem Laufen wenig abgewinnen. Genau genommen: Ich habe es gehasst. Dass ausgerechnet eine Influencerin mich dazu bringen würde, damit anzufangen, hätte ich selbst nicht erwartet. Heute ist Laufen aus meinem Leben kaum wegzudenken. Nach einer schwierigen Diagnose und einer bewussten Gewichtsabnahme wurde es auch zu einer Möglichkeit, mit Belastungen umzugehen und etwas für mich zu tun. Offensichtlich war meine frühere Begeisterung fürs Nichtlaufen doch nicht für die Ewigkeit.

Mein Sparringspartner bei der Dissertation war mein Sohn.

Während ich an meiner Dissertation schrieb, arbeitete mein älterer Sohn an seiner Bachelorarbeit. Wir haben Gedanken ausgetauscht, nachgefragt und einander weitergeholfen. Überhaupt schätze ich den Austausch zwischen den Generationen sehr, sei es mit meinen Söhnen oder mit meiner Mama. Dabei geht das Lernen in beide Richtungen.

Ich habe mitten im Leben studiert.

Selbstständigkeit, Kindererziehung und Studium liefen bei mir parallel. Ich bin in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen. Mein Bildungsweg ist deshalb auch ein Teil meiner persönlichen Geschichte. Wenn ich mich damit beschäftige, welche Chancen Bildung eröffnet, dann hat das viel mit meinem eigenen Leben zu tun.

Resilienz hat für mich eine sehr persönliche Seite.

Nach dem Tod meines Bruders musste ich das, was ich über den Umgang mit Belastungen gelernt hatte, selbst anwenden. Die Trauer ließ sich damit nicht wegmachen. Aber ich konnte auf Möglichkeiten zurückgreifen, die mir im Umgang mit ihr geholfen haben. Diese Erfahrung prägt meinen Blick auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen.


Ich erfinde leidenschaftlich gerne Rezepte.

Besonders gerne koche ich mit den Resten, die noch da sind. Für mich verbindet die Restlküche die Freude am Ausprobieren mit einem sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. Vegetarisch und glutenfrei zu kochen bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich und bietet reichlich Gelegenheit, neue Kombinationen zu entdecken. Auch meine Söhne können kochen. Das freut mich auch dann, wenn ich selbst einmal nicht am Herd stehe.

Auch mein Unternehmen hat einige besondere Auszeichnungen vorzuweisen.

So wurde es etwa als frauenfreundlicher Betrieb und im Rahmen von „Fit im Job“ ausgezeichnet. Für ein von mir entwickeltes audiovisuelles Gesprächshandbuch gab es außerdem eine Innovationsnominierung. Darüber freue ich mich, denn in diesen Projekten stecken Ideen und Arbeit, die über meine Trainings und Coachings hinausgehen.